Sechshundert Jahre Geselligkeit, Streitlust und Zunftschätze. Treten Sie ein und entdecken Sie die Geschichte der einzigen mittelalterlichen Zunft im Kanton Thurgau.
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Lange gehütet, heute im Safe verwahrt und hier zu entdecken. Tippen Sie auf ein Stück.
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Eine Geschichte von Adel, Jähzorn und Freundschaft, erzählt in sechs Tafeln. Wischen Sie nach oben.
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Das Emblem der Zunft: der schildhaltende Leu, getragen an allen Zunftanlässen.
Das Familienwappen des Gründers, der Truchsessen von Diessenhofen, zeigte einen schwarzen Kochkessel. Als Zunftwappen taugte er wenig. Man wählte stattdessen die Löwen der Kyburger.
Papst Julius II. krönte 1512 die Löwen des Diessenhofer Stadtwappens, als Dank für geleistete Dienste. Seither tragen auch die Zunftleuen stolz ihr Krönlein.
Seit Menschengedenken bildet der schildhaltende Leu das Emblem der Zunft. Wann und von wem es geschaffen wurde, ist unbekannt; verwendet wurde es nach links wie nach rechts blickend.
Dass das alte Zunftabzeichen eigentlich das Wappen der Stadt zierte, fiel erst mit der Zeit auf. Der Fünfer Rat passte es an: Der Löwe mit Krönlein ziert heute den Wappenschild in den Klauen des grossen Löwen.
Am 29. Oktober 1994 beschloss der Fünfer Rat auf Anregung von Zunftmeister Hans Frei, den Leu vom eintönigen Schwarz zu befreien. Die junge Diessenhofer Grafikerin Faloppa entwickelte das neue Signet. Seit dem Hauptbot 2026 gilt ein neues Zunftabzeichen, hergestellt von Markus Schnelli in seiner Firma Wipex.
Ritter, Ärzte, Chronisten und Künstler: Tippen Sie auf ein Porträt.
Chroniken, Speisezettel, Skizzen und Verse: kurze Lesestücke aus sechs Jahrhunderten.
Rund 60 Mitglieder führen weiter, was Truchsess Molli 1418 begann.
Die Geschicke der Zunft leitet der Fünfer Rat. Am Hauptbot 2026 wurden vier seiner fünf Ämter neu besetzt; alle Wahlen fielen einstimmig aus. Tippen Sie auf ein Amt.
Dazu kommen weitere Funktionen:
Getagt und gefeiert wird im Zunftlokal, dem Restaurant Schupfen in Diessenhofen. Dort stehen auch die Becher der Zunftmitglieder bereit und werden regelmässig benutzt.
Höhepunkt des Jahres ist der Berchtelistag, der an das legendäre Bärchtele-Essen erinnert. Willi Itel führte die Zunft dreizehn Jahre lang als Zunftmeister und übergab das Amt am Hauptbot 2026 an Ralph Gamper.
Jeden Monat steht ein Anlass auf dem Programm: ein Herrenabend mit Vortrag und Essen, eine Exkursion oder ein Stammabend. Das Hauptbot mit dem traditionellen Zunftessen findet im ersten Quartal statt; sein Besuch ist für Zunftherren obligatorisch.
Der Zunft gehört man längst nicht mehr an, weil man ein bestimmtes Handwerk ausübt oder einen bestimmten Namen trägt. Die Statuten von 1830 nennen als Zweck einen "Verein zur Beförderung von Gesellschaftlichkeit", offen für alle Klassen der Einwohnerschaft, fern von Hasardspiel und Parteipolitik.
Heute regeln die Satzungen von 2018 den Weg in die Zunft: Ein Zunftherr schlägt einen Gast vor, höchstens drei im Jahr. Die Aufnahme als Gast wie später jene als Zunftherr erfolgt am Hauptbot ausnahmslos in geheimer Abstimmung mit Zweidrittelsmehrheit der anwesenden Zunftherren.
Bedingungen sind das zurückgelegte 20. Altersjahr, der Besitz der bürgerlichen Ehren und Rechte, in der Regel fünf Jahre Wohnsitz oder Tätigkeit in der engeren Region und die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit an den Bestrebungen der Zunft.
Zwischen den Botten trifft man sich am Zunftstamm in der Bodmerhütte in Schlattingen. Die Zunft versteht sich als Braintrust der Region: 2024 war Michael Stäuble OK-Präsident der Curling-Weltmeisterschaft in Schaffhausen, Max Möckli OK-Mitglied der Motocross-Weltmeisterschaft in Frauenfeld und Roman Giuliani wurde Vizepräsident der Thurgauer Kantonalbank.
Regelmässig sind prominente Gäste und Referenten zu Besuch, vom Nationalrat bis zum Unternehmer. Zur Einstimmung auf das Jubiläum reiste die Zunft 2015 in die Zunftstadt Zürich und besuchte die Letzi Zunft im "Haus der Zünfte".
Am Hauptbot 2026 bewilligte die Zunft Mittel, um sich im Museum Kunst und Wissen in Diessenhofen künftig mit zwei Räumen zu präsentieren.
Aus Akten und Urkunden sind diese Geschlechter als Zünfter der Grimmen Löwen bekannt:
Zehn Wappenschilde umrahmen die Scheibe von 1627, dazu die Familienwappen späterer Geschlechter. Tippen Sie auf ein Wappen.
Sondernummer "Der grimme Löwe", 1923. Von Zünftern gezeichnet und geschrieben. Blättern Sie mit den Pfeilen, tippen Sie auf das Blatt für die Lupe.
Urkunden, Gedichte und Festreden im Wortlaut, wie sie überliefert sind. Die alte Schreibweise bleibt unverändert.
Vier Angaben, und Ihr Name kommt ins Schriftband — daraus setzt der Kiosk ein Wappen nach den Regeln der Heraldik zusammen. Ein Andenken an den Besuch, kein eingetragenes Familienwappen.